Statische und dynamische Muskelarbeit

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Statische Muskelarbeit oder Haltearbeit

Die statische Muskelarbeit ist im Idealfall isometrisch, d. h., die Länge des Muskels bleibt konstant. Der Ansatz des Muskels ist möglichst weit vom Gelenk (Drehpunkt) entfernt (siehe Abb. 1).

Arbeit mit langem Hebelarm bedeutet geringer Kraftaufwand, vergleichbar mit einer Brechstange, mit der man auch schwere Lasten leicht anheben kann, der Hebelweg jedoch nur klein ist.

Abb. 1: Ein gutes Beispiel für statische und dynamische Muskelarbeit
Abb. 1: Ein gutes Beispiel für statische und dynamische Muskelarbeit

In den Fasern statisch arbeitender Muskeln wie z. B. der m. brachioradialis (siehe Abb. 2), befindet sich viel Myoglobin (= roter Muskelfarbstoff) zur O2 Speicherung. Bei statischer Muskelarbeit werden die Blutgefäße im Muskel durch die eigene Muskelmasse anhaltend zusammengedrückt.

Dadurch kommt es zu einer Minderdurchblutung und zu einem Sauerstoffmangel, der zum Teil durch Sauerstoff aus dem Myoglobin behoben werden kann. Anspannung des m. brachioradialis als Beispiel statischer Muskelarbeit.

Abb. 2: Statische Muskelarbeit. Hier ist gut zu erkennen, das bei einer Kontraktion des m. brachioradialis nur eine kleiner Bewegungsausschlag erfolgt.
Abb. 2: Statische Muskelarbeit. Hier ist gut zu erkennen, das bei einer Kontraktion des m. brachioradialis nur eine kleiner Bewegungsausschlag erfolgt.

Bei sehr langer statischer Arbeit kommt es durch den Sauerstoffmangel zu einer anaeroben Energiegewinnung. Laktat sammelt sich im Muskel an und dieser übersäuert.

Bei weiterem Energiemangel entsteht eine Stoffwechselstörung in der Muskelzelle. Dadurch kommt es zu einem Reparaturversuch innerhalb des Muskels und Eiweiß lagert sich ab. Diese Ablagerungen sind Myogelosen (Narben im Muskel).

Dynamische Muskelarbeit

Die dynamische Muskelarbeit verrichtet in der Hauptsache unser gesamter Bewegungsapparat. Sie ist im Idealfall isotonisch, d. h., die Spannung des Muskels bleibt konstant, während seine Länge sich verändert.

Da durch wechselnde Bedingungen immer leichte Schwankungen in der Spannung der Muskulatur stattfinden, ist die dynamische Muskelarbeit in Wirklichkeit auxotonisch.

Der Ansatz des Muskels sollte möglichst nahe am Gelenk sein (siehe Abb.3), sodass durch eine kleine Kontraktionsstrecke ein möglichst großer Bewegungsausschlag entsteht.

Abb. 3: Dynamische Muskelarbeit. Hier ist zu erkennen, das bei fast gleicher Muskelkontraktionsstrecke gegenüber dem m. brachioradialis, der m. biceps brachius einen deutlich höheren Bewegungsausschlag macht.
Abb. 3: Dynamische Muskelarbeit. Hier ist zu erkennen, das bei fast gleicher Muskelkontraktionsstrecke gegenüber dem m. brachioradialis, der m. biceps brachius einen deutlich höheren Bewegungsausschlag macht.

Muskelfasern dynamisch arbeitender Muskulatur enthalten wenig Myoglobin, da auf eine kurze Anspannungsphase direkt eine Entspannungsphase folgt, in der die Sauerstoffschuld wieder aufgehoben wird.

Literatur und Quellenangaben:

Headerfoto: „Crossfit Bootcamp Fitness Models“ von ThoroughlyReviewed , lizenziert unter CC BY 2.0.

Dieser Beitrag wurde zuletzt am 24.02.2017 überarbeitet.

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